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Deutsche Literatur und Weltliteratur
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Antikes Rom


Lukrez (99 v. Chr. - 55 v. Chr.)



https://de.wikipedia.org/wiki/Lukrez

Das Streben nach Macht
(aus dem F√ľnften Buch des »√úber die Natur der Dinge«)
T√§glich zeigten die fr√ľhen Menschen, wie durch das Feuer und neue Erfindungen ihr bisheriges Leben zu verbessern sei. So begannen M√§nner, die sich mehr als andere durch Geist und Verstand bew√§hrten, St√§dte zu gr√ľnden und dort als K√∂nige Burgen zu bauen, die sie als Zufluchtsort und als Schutz f√ľr sich selber bestimmten; und sie verteilten das Vieh und die √Ącker und gaben sie jedem, wie nach Sch√∂nheit und Kraft des K√∂rpers und des Geistes ihm zukam. Denn viel galt noch die √§u√üre Gestalt, und die St√§rke regierte. Sp√§ter erst kam der eigne Besitz, und das Gold ward gefunden - Gold, das die Starken und Sch√∂nen der fr√ľheren Ehre beraubte.
Denn in des reicheren Mannes Gefolgschaft reiht sich in der Regel auch der noch so Starke ein und der √§u√üerlich Sch√∂ne. Doch wenn der Mensch nach der Wahrheit w√ľ√üte ein Leben zu leben, w√§re des Reichtums Gipfel, ein bescheidenes Leben mit Gleichmut zu f√ľhren; denn der bescheidene Mensch kennt niemals wirkliche Armut. Aber die Leute erstrebten ber√ľhmt und m√§chtig zu werden, um auf gesichertem Grund ihr Lebensschicksal zu bauen und als reiche Besitzer behaglich ihr Dasein zu f√ľhren.
Freilich umsonst! Denn im Wettkampf sucht auf den Gipfel der Ehren jeder zu kommen und macht sich den Weg dorthin nur gefahrvoll. Und doch, haben sie es endlich erreicht, so st√ľrzt sie bisweilen aus der H√∂he der Neid wie ein Blitz in des Tartarus Grauen. Denn gew√∂hnlich versengt so der Neid wie der Blitz das Erhabne und was irgendwie h√∂her sich √ľber das andre emporhebt.
Wieviel besser ist doch zu gehorchen in Ruhe und Frieden, als der gebietende Lenker des Staats und sein K√∂nig zu werden! La√ü sie daher nur umsonst blutschwitzend weiter sich abm√ľhn und sich den engen Weg erk√§mpfen im Ringen der Ehrsucht. Denn sie richten sich nur nach der anderen Urteil und richten sich mehr nach der Leute Geschw√§tz als nach der eignen Empfindung, und so ist es, wie es immer schon war und auch k√ľnftig noch sein wird.





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28 May 2022 20:43:28

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Muße ohne Bücher ist der Tod
und des lebendigen Menschen Grab.

Lucius Annaeus Seneca (1 n.Chr. - 65 n.Chr.)